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Bayern München kämpft sich ins Champions League-Endspiel

Verantwortlicher Autor: Richard J. Flohr Lissabon (POR), 20.08.2020, 11:30 Uhr
Presse-Ressort von: ConCom-Sports Bericht 6300x gelesen

Lissabon (POR) [ENA] Der FC Bayern München zieht durch einen verdienten, doch mühevollen 3:0 (2:0)-Sieg über Olympique Lyon ins Endspiel der Fußball-Champions League ein. Dort trifft das Team um „Man of the Match“ und Doppel-Torschütze Serge Gnabry am kommenden Sonntag auf den französischen Meister Paris St. Germain. Den dritten Treffer steuerte Robert Lewandowski mit seinem bereits 15. Tor im 10. Spiel des diesjährigen Wettbewerbs bei.

In unveränderter Startaufstellung, wie schon in den vorangegangenen Achtel- und Viertelfinalspielen startete der fünffache Champion in seine Mission Finaleinzug. Erneut begann also Ivan Perisic auf der linken Sturmseite. Und der wiedergenesene Weltmeister Benjamin Pavard mußte auf der rechten Abwehrposition zunächst Joshua Kimmich den Vortritt lassen, so daß keiner der fünf Franzosen im bayerischen Kader den Anpfiff gegen seine Landsleute auf dem Platz erlebte. Auch Lyons Trainer Rudi Garcia schickte dieselbe Elf auf den Lissaboner Rasen, die im Viertelfinale Mitfavorit Manchester City ausgeschaltet hatte; Matchwinner Moussa Dembélé mußte also auch in diesem Spiel zunächst auf der Bank Platz nehmen.

Lyon hat die Chancen - Gnabry macht das Tor

Die Bayern begannen die Partie ungewohnt fahrig. Fehlpässe im Spielaufbau ermöglichten dem Außenseiter somit die ersten Großchancen. Doch zunächst konnte Manuel Neuer, der seinen Anspruch auf den erneuten Welttorhüter-Titel in diesem Spiel untermauerte, Memphis Depay im direkten Duell soweit abdrängen, daß dessen Schuß das Tor verfehlte (4.). Dann traf Ekambi aus kurzer Distanz nur den Pfosten (17.). Stattdessen nutzte Gnabry nur 58 Sekunden später die erste Bayern-Chance eiskalt: Von der rechten Seitenlinie startete er in unwiderstehlicher Arjen-Robben-Manier mit dem Ball in die Mitte, ließ etliche Franzosen stehen und setzte seinen Linksschuß wie einen Strahl von der Strafraumkante in den rechten Torwinkel.

Dieser Treffer lenkte das Spielgeschehen nun mehr und mehr in die vorgezeichneten Bahnen des Turnierfavoriten, der sich die Führung zu verdienen begann: das hohe Gegenpressing, Schlüssel zur 8:2-Viertelfinal-Gala gegen Barcelona, gelang jetzt auch gegen Lyon. Typisch hierfür Gnabrys zweiter Streich, den er durch einen Ballgewinn an der rechten Seitenlinie selbst einleitete und nach Hereingabe von Perisic über Links und dem Verpassen von Lewandowski selbst aus kurzer Distanz über die Linie drückte. Und auch in der Folge verpaßte es der polnische Goalgetter, seine persönliche Torausbeute und damit den anvisierten Torrekord in die Höhe zu treiben. Erst kurz vor Schluß entschied er per Kopf nach einer Kimmich-Ecke die Partie endgültig.

Übermut abstellen: Stabilisierung der Abwehr erforderlich

Neben dem Finaleinzug dürfte dieser hart erkämpfte Sieg für die Münchner wertvolle Erkenntnisse liefern: Ungewohnte Fehlpässe in der Mittelfeldzentrale, insbesondere von Thiago, luden zu vielen gefährlichen Kontern ein. Ein Rechtsverteidiger Kimmich, der sich mit zunehmender Spielzeit fast nur noch in der Spielfeldmitte aufhielt und seine Defensivaufgaben von Thomas Müller erledigen ließ, (bevor er durch die Einwechslung von Pavard auch offiziell in seinen selbst gewählten Wirkungskreis versetzt wurde) wird man sich gegen den PSG-Angriff nicht leisten können. Auch Shooting-Star Alphonso Davies fand fast ausschließlich Gefallen an eigenen Offensivaktionen, so daß David Alaba immer wieder Löcher stopfen und Neuer Glanztaten vollbringen mußte.

So kündigte Trainer Hansi Flick bereits nach Spielende eine Stabilisierung der Abwehr für das Finale an. Gut vorstellbar, daß Pavard in die Startformation rücken und Kimmich dafür Thiago im defensiven Mittelfeld ersetzen wird. Spannend wird sein, wie es gelingt, Davies auf seine originären Abwehraufgaben zu fokussieren. Vielleicht reichen dazu die Namen Neymar und Mbappé, mit denen es sich zu messen gilt. Und es bleibt für den deutschen Rekordmeister zu hoffen, daß Jerome Boateng seine „muskulären Probleme“ bewältigt, die ihn bei Halbzeit zur Aufgabe zwangen. In jedem Fall darf sich die Fußballwelt nun auf das Favoritenduell zweier offensivstarker Mannschaften im Finale freuen, das vermutlich durch die bessere Defensive entschieden wird.

LYON: Lopes - Denayer, Marcelo, Marcal (ab 73. Cherki) - Dubois (ab 67. Tete), Caqueret, Bruno Guimaraes (ab 46. Mendes), Aouar, Cornet - Depay (ab 58. Dembélé), Ekambi (ab 67. Reine-Adélaïde); Trainer: Rudi Garcia; MÜNCHEN: Neuer - Kimmich, Boateng (ab 46. Süle), Alaba, Davies - Thiago (ab 82. Pavard), Goretzka (ab 82. Tolisso) - Gnabry (ab 75. Coutinho), Müller, Perisic (ab 63. Coman) - Lewandowski; Trainer: Hans-Dieter Flick; TORE: 0:1 (18.) Gnabry, 0:2 (33.) Gnabry, 0:3 (88.) Lewandowski; ZUSCHAUER: 0; SCHIEDSRICHTER: Antonio Mateu Lahoz (ESP); ASSISTENTEN: Pau Cebrián Devís (ESP), Roberto del Palomar (ESP); BALLBESITZ: 36%:64%; PÄSSE: 354 (79%):686 (88%); SCHÜSSE: 9 (5 auf’s Tor):20 (9); ECKEN: 4:6; FOULS: 12:8; GELBE KARTEN: 3:0

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